Auf dieser Seite geht es um das Thema Trauma und die daraus resultierenden Folgeerkrankungen.

Ich möchte darauf hinweisen dass dies einzig auf meinen persönlichen Erfahrungen beruht.

Den Umgang mit traumatisierten Menschen kann man kaum verallgemeinern, zu verschieden sind die einzelnen Menschen und Umstände.

Mir selbst wären Berührung beispielsweise wenig hilfreich wenn ich in einer Erinnerung feststecke; Anderen Betroffenen wiederum kann das durchaus helfen zurück ins Hier und Jetzt zu gelangen.

Betroffene möchte ich bitten beim Lesen auf sich Acht zu geben da die folgenden Zeilen nicht gespoilert sind.

 

 

 

"..und wenn ein Geruch oder ein Geschmack zur Erinnerung wird so bleibt mir keine Zeit.

Überschwappende Fetzen längst vergangener Zeiten haften an mir und ziehen mich mit sich.

Der Raum um mich und ich in mir fallen in sich zusammen.

Losgelöstes Sein, zwischen zwei Welten taumelnd.

Entfliehe meinem Körper im Geiste.

Du, mein Gegenüber, bist längst nicht mehr der den ich kannte.

Konturen verschwimmen bis nichts mehr bleibt.

Kann das Früher riechen; sein Blick gebannt auf mir.

Schreiende Kinderseelen in meinem Kopf.

Nebel….  "

ZwanzigAugen

 

 

Was sind Dissoziationen?

 

 

Der Begriff Dissoziation kommt aus dem Lateinischen und steht für " Teilung, Trennung oder Zerfall".

Man findet diesen Begriff in der Chemie, ebenso aber auch in der Psychologie, bzw. Psychiatrie.

Ein Mensch der unter Dissoziationen leidet ist in bestimmten Situationen, die meist durch Auslöser (sogenannte Trigger) einhergehen nicht mehr in der Lage zusammengehörige Informationen , Wahrnehmungen, Gefühle und Erinnerungen miteinander in Verbindung zu bringen.

 

Es gibt eine ganze Bandbreite an Dissoziativen Störungen. Einem stark dissoziativen Menschen fällt es zumeist schwer sich im "Hier und Jetzt" zu halten. Auslösereize können Gerüche, Geräusche , Geschmäcker oder Gefühle sein.

Viele Menschen kennen das Phänomen, sich derart in eine Sache (Film, Buch, die Fahrt mit dem Auto) zu vertiefen dass es ihnen später nicht möglich ist, wiederzugeben was um sie herum geschehen ist.

Das sind meist sehr kurzweilige Episoden sogenannter Tagträume die aber den besten Vergleich zu einer Dissoziation darstellen.

Es ist eine Art Autopilot der übernimmt.

 

Menschen mit einer dissoziativen Störung haben dieses Erleben sehr viel häufiger und langanhaltender.

Die häufigsten Symptome einer dissoziativen Störung sind:

 

 

Dissoziative Amnesie:

Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage sich an bestimmte Dinge zu erinnern.

Bestimmte Ereignisse wurden derart abgespalten dass sie jenseits des Bewußtseins liegen.

Oftmals fehlen ganze Teile der eigenen Vergangenheit.

 

Depersonalisation:

Der Betroffene empfindet phasenweise keine Zugehörigkeit mehr zum eigenen Körper bzw. Sein.

Es fühlt sich an als würde der Geist den Körper verlassen, sich von oben zusehen, allem entschwinden.

Dieses Gefühl kann auch nur bestimmte Körperteile betreffen die man als fremd und sich selbst nicht zugehörig empfindet.

Oftmals empfindet man sich wie im Nebel stehend, kaum mehr in der Lage zu agieren. Alles wirkt fremd und unwahr.


 

Derealisation:

Als Derealisation oder besser Derealisationserleben wird die zeitweilige oder anhaltende abnorme oder verfremdete Wahrnehmung seiner Umwelt bezeichnet. 

Menschen und Dinge, die komplette Umwelt werden als unwahr, fremd, künstlich, abartig empfunden.

 

 

Dissoziative Fugue:

Dies bezeichnet das Weggehen von einem Bekannten Ort (dem eigenen Zuhause usw.) um später ohne Erinnerung an das in der Zwischenzeit Geschehene an einem fremden Ort zu sich zu kommen.

 

Flashbacks:

Ein Flashback bedeutet übersetzt in etwa Wiedererleben oder Nachhallerinnerung. Es ist ein psychologisches Phänomen, welches durch einen Schlüsselreiz / Trigger hervorgerufen wird. ( Dies kann wie weiter oben erwähnt alles Mögliche sein. Ein Geruch, Geschmack, ein Geräusch, eine Berührung oder Empfindung usw. )

Der Betroffene hat dann ein plötzliches, als real empfundenes  Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früheren Gefühlszustandes.  Der Begriff wird vor allem dann benutzt, wenn die Erinnerung unwillkürlich auftaucht und/oder wenn sie so stark ist, dass die Person die Erfahrung wieder durchlebt, unfähig sie völlig als Erinnerung zu erkennen. 

Man befindet sich mit all seinen Sinnen in dieser früheren Situation, unfähig, das Früher vom Heute zu unterscheiden.

Mit unter spürt der Betroffene die gleichen alten Schmerzen, die gleiche (Todes-)Angst, so, als wäre diese Erinnerung in diesem Augenblick wieder real.

 

Für Außenstehende stellt sich das Mitansehen müssen oftmals als sehr beängstigend dar.

Wichtig ist zu versuchen, den Betroffenen zurück ins Hier und Jetzt zu bringen.

Berührungen würde ich , sofern dies vorab nicht besprochen wurde, unbedingt unterlassen. Es kann das ganze zusätzlich verschlimmern.

 

Besser wäre, freundlich aber bestimmt zu sprechen. Fragen nach dem heutigen Datum, die Benennung des tatsächlichen Umfeldes ("Schau, das Datum auf der Zeitung.. Wir haben den ....., Du bist hier in ......") können dem Betroffenen helfen sich zu "erden", das heißt, zurück zu finden in die tatsächliche Situation.

 

Das Herausgeleiten aus der Situation, starke Gerüche, die keine zusätzlichen Trigger darstellen, Wärme und Kälte können dem Betroffenen helfen sich aus den Erinnerungsfesseln zu lösen.

Experimente würde ich trotz der Hilflosigkeit beim Mitansehen müssen unbedingt vermeiden.

Ein Flashback überollt den Betroffenen. Es bleibt kaum Zeit vorab den Trigger zu benennen.

Bei vorhandenem Vertrauen wäre es hilfreich würde der Betroffene selbst jene Dinge auflisten die es im Notfall zu beachten gilt.

Auch eine Art "Patientenpass" sollte man bei sich tragen. Nur allzu oft landet man aus der Hilflosigkeit des Umfeldes heraus in einer psychiatrischen Einrichtung. Hier gilt es vorab zu benennen welche Handlungen unbedingt zu unterlassen sind (Fixieren, der Einsatz bestimmter Medikamente usw.)

 

 

 

Traumata

Unter einem Trauma versteht man auf psychologischer Ebene eine „Wunde“, bzw. Verletzung der Seele.

Ein Trauma ist ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines Menschen der diesem hilflos gegenübersteht, bzw. handlungsunfähig grenznahe, meist mit Todesangst verbundene Ereignisse erleben muss.

Es gibt traumatische Erfahrungen die einmalig sind, aber nicht minder schwer.

Dies kann ein Autounfall, ein Flugzeugabsturz, eine Naturkatastrophe oder eine Vergewaltigung sein.

Auch schwere Erkrankungen wie Krebs und dessen Behandlungen können einen Menschen nachhaltig traumatisieren.

 

Man unterscheidet hierbei zwischen mehreren Kriterien.

Typ 1 beinhaltet jene Traumatisierungen die einmalig geschehen.

Als Abstufung gibt es hier die durch Menschen erfahrene Traumatisierung  wie einem Amoklauf,

Überfall, Vergewaltigung usw. und jene die man als Unfall, Unglück bzw. Katastrophe bezeichnen kann;  Autounfall, Zugunglück, Flugzeugabsturz.

Weitere nicht durch Menschen gemachte Traumata sind z.B. Naturkatastrophen

 

Typ 2 benennt all jene traumatischen Ereignisse die wiederholt und /oder über längere Zeit stattfinden.

Zu den nicht durch Menschen erlebten Traumata zählen Krankheiten wie Krebs oder AIDS.

Desweiteren werden Kriege, Vertreibung und Flucht zu Typ 2 gezählt.

 

Zu den durch Menschen erlittene Traumata zählen Folter, Mobbing/Stalking, Gewalt,

sexueller Missbrauch in der Familie oder Angehörige, der sexuelle Missbrauch durch Sekten und Zirkel ebenso wie der Menschenhandel, die Zwangsprostitution und andere Gewaltformen jeglicher Art.

 

Ein Trauma erschüttert die Seele.

Nicht jeder der traumatische Erfahrungen gemacht hat muss zwangsläufig an einer Trauma-Folgestörung  erkranken.

Die Wahrscheinlichkeit später einmal mit einer solchen Folgeerkrankung  Probleme zu bekommen wird umso wahrscheinlicher je länger die Traumatisierungen anhalten.

Für die durch Menschen erfahrenen Traumatisierungen findet der Verstand keine Erklärung. Eine Naturkatastrophe wiederrum lässt sich logisch erklären.

 

Es gibt eine ganze Bandbreite an Erkrankungen die sich nach einem erlebten Trauma einstellen können.

Dies tritt in vielen Fällen erst nach Monaten oder Jahren ein. 

Manchmal bist du seltsam

kein Spiegelbild entspricht

Du mit den vielen Namen

kennst meinen Namen nicht