Pfötchen streichelt Seele sacht - Der Hund als Therapeut

 

 

 

Es ist langläufig bekannt dass Tiere eine heilende Wirkung auf Menschen haben;

Neben Delfinen , Pferden und anderen Tieren  kommen besonders Hunde im

psychotherapeutischen Bereich zum Einsatz .

Wen wundert’s, sind Tiere doch oftmals die besseren Menschen  oder besser gesagt, verfügen sie über all jene Eigenschaften die wir uns von unseren Mitmenschen zumeist  vergeblich wünschen.

Wenn man den eigentlich nur allzu menschlichen Gedanken vom allzeit ergebenen, bedingungslos liebenden Tier einmal bei Seite lässt  so bleiben dennoch viele Argumente, die für ein Tier als Sozialpartner sprechen.

Studien belegen dass sich die Nähe eines Tieres, das Streicheln seines Fells durchaus positiv auf den eigenen Herzschlag auswirken kann.  Es beruhigt und entspannt gleichermaßen.

Entspricht es nicht der tief im menschlichen Bewusstsein verankerten Sehnsucht nach Bindung und Dazugehörigkeit das Leben mit einem tierischen Freund zu teilen?

 

So viele Unterschiede auch  in unseren Anlagen und Wesen liegen mögen, ebenso viele Übereinstimmungen kann man finden. Mensch wie Hund brauchen den Anschluss, beide sind hochsozial und würden im Geiste verkümmern wenn sie diesen nicht leben dürften.

Beispiele hierfür findet man immer wieder im Verhalten ehemaliger Kettenhunde die weder den Anschluss an ein Rudel noch an die menschliche Familie hatten.

Bestes Beispiel aus der menschlichen Welt mag wohl Kaspar Hauser sein, ein Mann der in Kindertagen von der Außenwelt isoliert sein Leben in einem dunklen  Keller verbrachte.

 

Ein Geist mit gesunden Voraussetzungen braucht demnach ein Miteinander.  Neben Abhängigkeit und Nutzen eines der wichtigsten Argumente für das Zusammenleben .

Diverse archäologische  Funde belegen das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund seit vielen tausend Jahren. Durch die Kooperation mit dem Menschen gilt der Hund heute somit zu einer der am meisten manifestierten  Arten  in der Tierwelt.

 

 

 

 

Der Hund hat sich in den vergangenen Jahren vom Nutztier zum Wegbegleiter gemausert.

Ob als Hütehund für das Vieh, als Schutzhund für Haus und Hof oder als Jagdbegleiter, der Hund passte sich seinen von ihm geforderten Aufgaben perfekt an.  Heutzutage sind diese Arbeiten kaum mehr von Nöten, es gibt sie durchaus noch, keine Maschine kann einen guten Hüte- oder Jagdhund ersetzen. Und dennoch gilt das Hauptaugenmerk immer mehr der Familientauglichkeit.

Hunde erweisen dem Menschen im Rettungswesen gute Dienste, ebenso in der Betreuung behinderter Menschen und den Bereichen in denen ihr bemerkenswerter Geruchssinn gefragt ist.

Der Hund an sich ist anpassungsfähig, nur so konnte er sich seinen Platz an der Seite der Menschen sichern.

 

Doch wie verhält es dich mit einem Wesen das die gesunden Bedingungen auf Grund gemachter Erfahrungen nicht mehr mitbringt ?

Das Sozialverhalten kann durch vielerlei Dinge gestört werden. Bei Mensch und Hund gleichermaßen.

Traumatische Erfahrungen,  fehlende Sozialisation in den wichtigen Prägephasen und Erkrankungen können bewirken dass aus einem sonst so sozialen Lebewesen ein nicht zu sozialen Kontakten fähiges Wesen wird.

 

Ein Mensch findet vielleicht einen guten Therapeuten und schafft es mit dessen Hilfe, lebenswerte Strukturen zu erarbeiten.

Ein Hund hat vielleicht das Glück auf Menschen zu treffen die sich seiner annehmen und ihm dabei helfen ein Stück weit zurück ins Leben zu finden.

Beide können einander bereichern. Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit des Menschen dem Hund eine artgerechte Lebensweise zu ermöglichen. Dafür wiederum gibt der Hund seinem Menschen all das zurück nach dem Mensch sich sehnt. Nähe, Verbundenheit und Treue. Ein Hund fragt nicht wo man herkommt, was man gelernt hat und welches Blut in einem fließt.

Der Hund stellt keine Bedingungen.  Und allzu oft sieht er uns so wie wir uns selbst gerne sehen würden.

Ein Hund „spricht“ in Klarheit zu uns. Er kennt keine andere Sprache.  Es liegt an uns Menschen diese Sprache zu lernen.

Ein Hund belügt uns nicht. Man kann sich auf seine Aussagen verlassen wenn man diese zu deuten weiß. Ganz anders als im Umgang mit Menschen kann man sich hier sicher sein dass das was gezeigt und „gesagt“ wird auch tatsächlich so gemeint ist.

Ein Hund der uns Liebe zeigt denkt in dem Moment nicht darüber nach uns  im selben Moment anzufallen.  Wenn er Grenzen setzt meint er diese auch so.

Das alles sind Eigenschaften die man uns Menschen nur wünschen kann.

 

Ich erzähle unsere Geschichte, die noch am Anfang steht , da ich einer jener Menschen bin denen es schwer fällt soziale Kontakte und Nähe zuzulassen. Ich bin mir dessen bewusst dass die Menschen die mich persönlich kennen, mich nach dem Anschauen unserer Seiten vielleicht mit anderen Augen sehen  . 

Diese Seite wie auch Maras und unsere Geschichte sind sozusagen noch im Aufbau. Etwas über ein Jahr lebt sie nun bei uns und diese Homepage gibt es zum heutigen Tage noch keine volle Woche. Wer weiß schon wohin es führt.

Mara, die Straßenhündin, die Menschen scheut und die doch so voller Liebe ist hat man ihr Herz erst einmal erobert. Die verfressen ist  und verspielt, misstrauisch, anhänglich und doch so voller Drang nach Freiheit. Die ihre Freunde liebt und ihre Feinde hasst- die offen dazu steht, mein Leinenagressionsflummi, mein Kugelblitz.

Und ich , die den Menschen nicht weniger scheu gegenübertritt. Die Angst vor Nähe und Fremden ist uns gemein, angeregt durch sie, ein wenig sicherer zu werden; wie sonst könnte ich ihr Sicherheit vermitteln ?

Und sie nahmen sich an der Hand, wissend wohl, den Weg vor ihnen gemeinsam zu bestreiten.

ZwanzigAugen - 2011